Text-to-Speech in den Wiener LinienLange Jahre war „Die Stimme“ der Wiener Linie eine männliche, nämlich die von Franz Kaida. Im Zuge der Realisierung eines neuen Sound Designs und einer Corporate Voice, setzen die Wiener Linien seit 2013 eine weibliche Stimme ein, die der Schauspielerin und Sprecherin Angela Schneider. Hinter dem „Stimmenwandel“ – von dem nicht jeder Bewohner und Besucher der österreichischen Metropole zunächst angetan war – steckt ein komplexes Text-to-Speech-System.

Realisiert wurde die Implementierung der Sprachsynthese von der acapela group, die verschiedene Text-to-Speech-Systeme für den öffentlichen, wie auch privaten Gebrauch anbietet und vor allem durch hohe Stimmqualität und eine große Sprachauswahl von über 30 Sprachen überzeugte.

Ansagen mit einem Klick generieren

Das Ziel der Wiener Linien war es, durch die Implementierung eines TTS-Systems, dynamische Ansagen mit nur wenigen Handgriffen von einem Eingabeplatz aus zu generieren und diese in allen Bahnen und Bussen zu nutzen. Den Fahrgästen können so neben den Ansagen der Haltestellen auch Informationen, beispielsweise zu Bahnausfällen oder auch Baustellen gegeben werden.

Die Ansagen werden am Eingabeplatz in Textform erstellt. Der Text wird in Echtzeit der Speech-Engine zur Umwandlung übergeben, die eine abspielbare wav-Datei ausgibt, die an den ensprechenden Eingängen der bestehenden Systeme zur Verfügung gestellt und von diesem an den (die) benötigten Lautsprecherkreis(e) in den betroffenen Stationen des gesamten Netzes der Wiener Linien ausgegeben wird.
Ein Vorteil der acapela Lösung lag darin, dass die Text-to-Speech-Lösung sprachunabhängig ist und es ermöglicht, innerhalb eines Satzes zwischen verschiedenen Sprachen, beispielsweise deutsch und englisch, zu wechseln. Ein Muss, wenn auch Texte generiert werden sollen, die fremdsprachige Wörter enthalten, wie beispielsweise City Airport.

Weiterhin besteht die Möglichkeit für neue Wörter sogenannte Wörterbucheinträge vorzunehmen und sie somit für Text-to-Speech nutzbar zu machen.

Wie Angela Schneider die neue Wiener Linien Stimme wurde…

Auch wenn es für die Fahrgäste so klingt, als würde Angela Schneider alle Ansagen machen, so steckt in Wirklichkeit das Text-to-Speech-System – also eine maschinell erzeugte Stimme hinter den Ansagen. Auf der Basis von Studioaufnahmen, die die menschliche Sprecherin aufgenommen hat, entwickelte die acapela group eine maschinelle Stimme – die corporate voice.

Diese klingt Angela Schneider zum Verwechseln ähnlich. Das eingesprochene und aufgezeichnete Material bildete also nur die Grundlage für das „Wörterbuch“ und die Datenbank, das seit 2013 bei jeder generierten Ansage genutzt wird.

Die Nutzung einer Text-to-Speech-Stimme hat dabei wesentliche Vorteile. Zum einen sind so jederzeit Änderungen oder dynamische Anpassungen der Ansagen möglich, zum anderen kann auch mit nur einem Klick zwischen verschiedenen Sprachen gewechselt werden – hierzu sind keine neuen Aufnahmen nötig. Mittlerweile haben sich auch die Fahrgäste der Wiener Linien an die „neue“ Stimme gewöhnt, auch wenn einige von Ihnen den „Wiener Schmäh“ des Franz Kaida immer noch vermissen.


acapela groupDie acapela Gruppe ist ein Anbieter von Sprachlösungen und versorgt Kunden aus dem Bereich Public Transport mit automatisierten Sprachansagen in Echtzeit.
Die Abteilung Transport der Acapela Gruppe widmet sich dem Public Transport und bietet spezielle Features und maßgeschneiderte Tools für Verkehrsbetriebe an. Acapelas Text-to-Speech-Lösungen werden derzeit von öffentlichen Verkehrsbetrieben auf der ganzen Welt eingesetzt.


Detlev Artelt

Detlev Artelt

Detlev Artelt - CEO, Senior-Consultant, Blogger und Unified Communications & Collaborations Experte. Als Kommunikationsarchitekt und Technologie-Berater seit über 25 Jahren für einen besseren Kundenservice aktiv.

Weitere Beiträge - Website - Twitter - Facebook - LinkedIn - Google Plus

Seite 1 von 11

Schreibe einen Kommentar

X