Mann vor Skyline transparent© kantver – Fotolia

Digitalisierung – ohne Digital People Management geht nichts

Nicht nur die jüngste Studie des Center for Leadership and Behavior in Organization (CLBO) belegt: Deutsche Unternehmen haben hinsichtlich Digital Leadership einen hohen Nachholbedarf und oftmals ist unklar, worum es eigentlich geht und was ein Digital Leader heute braucht, um in dynamischen Unternehmen erfolgreich zu sein. Ursula Vranken vom IPA-Institut aus Köln zeigt Wege auf.

Wissens- und Kompetenzdefizite bei Managern

Die Studienteilnehmer schätzen zwar die Bedeutung der Digitalisierung übergreifend in allen Unternehmensbereichen als hoch ein. Gleichzeitig räumen sie Wissensdefizite in den Bereichen digitale Methoden und Instrumente, Einsatz und Nutzung sozialer Medien oder auch neue Formen der Kollaboration ein. Dabei waren die Anforderungen an Führungskräfte schon immer hoch und werden auch in Zeiten der Digitalisierung nicht geringer. Das Tempo der gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen ist enorm und wer nicht schnell und intensiv „mit-lernt“, verliert schnell den Anschluss und die Akzeptanz.

Neues Verständnis von Führen und Arbeiten

Die digitale Transformation ist allerdings keine rein technologische Herausforderung, sondern vielmehr eine Frage der Unternehmens- und Führungskultur. Die heutige Gen Y hat andere Vorstellungen von Arbeiten, Führen und Work Life Balance als ihre Vorgänger und will eingebunden werden und mitbestimmen. Gutes People Management wird damit zur Kernherausforderung für Führungskräfte.

Digital Leadership – 7 Kernkompetenzen

Digital Leader werden damit stark als Rollenmodelle gefragt und müssen die digitale Klaviatur nicht nur predigen, sondern auch vorleben. Was Digital Leader sonst noch mitbringen müssen, um souverän zu führen, lässt sich folgendermaßen umreißen:

1. Fach- und Branchenkenntnisse sind unerlässlich – nur wer das Business und seine Gesetzmäßigkeiten versteht, versteht auch seine Mitarbeiter.

2. Technik- und Social Media Kompetenz sowie den Willen, die digitale Transformation im eigenen Unternehmen und im eigenen Bereich umzusetzen (Prozesse und Systeme). Nicht jeder muss „Techi“ werden, aber wer die digitalen Methoden und Medien nicht kennt, wird auch das eigene Geschäft nicht vorantreiben können.

Business Jenga© Sondem – Fotolia

3. Vernetztes Denken und Handeln ist in Zukunft noch wichtiger als je zuvor. Disruptive Entwicklungen des digitalen Wandels lassen sich nicht mehr mit linearen Methoden und Lösungen bewältigen. Führungskräfte müssen nach sinnvollen Eingriffsmöglichkeiten und Steuerhebeln suchen und ganzheitliche Systemverbesserungen mit ihren Teams vorantreiben. Durch die digitalen Kommunikationsmöglichkeiten erweitert sich das eigene Netzwerk, der Kreis der Peers und der Kontaktpersonen. Das vorhandene Wissen muss sinnvoll miteinander verknüpft und zu neuen Lösungen zusammengefügt werden.

4. Metakommunikation bedeutet, Sachverhalte, Vorgänge und Probleme auf eine höhere Ebene der Betrachtung zu ziehen – quasi aus der Helikopter-Perspektive zu schauen. Besonders wichtig ist diese Fähigkeit in der Kommunikation mit Mitarbeitern. Diese müssen in einer beschleunigten, digitalen Welt von Führungskräften gecoacht werden und Bedeutungszusammenhänge aufgezeigt bekommen.

5. Change Management ist eine Daueraufgabe des Digital Leader. Dazu gehört die ständige Optimierung der Arbeitsabläufe und -ressourcen genauso wie die Einführung neuer IT-Systeme. Auch muss er die Change Fähigkeiten seiner Mitarbeiter ständig fordern und fördern und sie selbst zu Change Agenten ausbilden.

6. Innovationskraft, neue Wege suchen und gehen in einer zunehmend virtuellen Welt, gehört für den Digital Leader zur Selbstverständlichkeit. Er entwickelt Visionen, erkennt langfristige Optionen und geht mit kreativen Ideen und interdisziplinären Ansätzen an die Probleme von morgen heran. Er weiß, dass die Crowd, das Netzwerk, die nationalen und internationalen Partner, Kunden und Mitarbeiter wichtige Beiträge dazu liefern und dirigiert virtuos sein Team.

7. Identitätsstiftung, Inspiration und Partizipation. Menschen arbeiten für Menschen, nicht für Organisationen. Mitarbeiter folgen Führungskräften, die es verstehen, mit der eigenen Begeisterung und Leidenschaft andere zu Höchstleistungen anzuspornen. Gerade die junge Generation erwartet Sinn und Beteiligung. Als Coach regt der Digital Leader die Schwarmintelligenz an und hilft dem Team durch die Gewährung von Freiräumen.

Ausbildung und Training Fehlanzeige?

Dass für die Beherrschung all dieser Kompetenzen Training, Übung und vor allem auch Zeit notwendig ist, scheint selbstredend zu sein. Aber wann und wo lernen „Digital Leader“ das Führungshandwerk? Oft eben gar nicht. Sie müssen unvorbereitet Führungsverantwortung übernehmen und die Führung eines Teams mal eben so mitmachen. Nicht jeder ist ein Naturtalent und der Frust auf Seiten der Führenden und Geführten breitet sich schnell aus.

Schnell merken gerade die jungen Führungskräfte, dass nur Bauchgefühl und guter Wille nicht reichen für komplexe Führungssituationen. Dem anfänglichem Enthusiasmus weicht die Einsicht: „Mir fehlt das Handwerkszeug. Ich habe zwar viele Bücher gelesen und will ja auch alle mit einbeziehen, aber irgendwie gelingt es mir nicht, das Team mitzunehmen. Es ist Sand im Getriebe und es reibt mich auf. Führung ist viel anstrengender als ich gedacht hätte.“

Praxis statt Theorie – Digital Leader Development Programm

Einen erfolgreichen Digital Leader zeichnet also weit mehr aus als das Wissen um Prozesse und Technik. Egal ob Bereichs-, Team- oder Projektleiter, sie alle brauchen praxistaugliches, modernes Führungswerkzeug. Das Institut für Personalentwicklung und Arbeitsorganisation in Köln hat ein zeitgemäßes Programm zur Schulung von Digital Leadern entwickelt. Im Digital Leader Development Programm werden aus guten Fachkräften hervorragende Führungskräfte. Mit dem Digital Leader Development Programm sind sie bestens aufgestellt für die Führungsherausforderungen der digitalen Arbeitswelt.


Ursula VrankenUrsula Vranken ist Gründerin und Geschäftsführerin des IPA Instituts für Personalentwicklung und Arbeitsorganisation in Köln. Sie steht Unternehmern und Führungskräften als Sparringspartner zur Seite und setzt sich mit Leidenschaft für ein innovatives Digital People Management ein. Sie ist zudem Initiatorin und Sprecherin der Fachgruppe HR von Web de Cologne sowie des 1. Digital Leadership Summits #dlscgn

vranken@ipa-consulting.de
www.digitalpeoplemanagement.de
www.ipa-consulting.de

X